7 Tipps zur Papierwahl

Papiermuster
Kategorie: Designwissen

Das Briefing für den Designer steht, aber wie steht es mit der Papierwahl?
Schon mal Gedanken darüber gemacht?

Ja, das ist wichtig, genauso wichtig wie die Gestaltung. Denn ein Papier kann eine Geschichte erzählen und die visuelle Gestaltung unterstützen – optisch und haptisch!

Aber: Welches Papier soll es denn sein? Wie wählt man das passende Papier aus? Die Vielfalt an Papieren ist oft überwältigend. Ein genauer Blick darauf bietet Vorteile.

Doch macht dieses Wissen für einen Laien Sinn? Ändern sich die Papiere nicht ständig? Ist es nicht besser, sich von einem Grafikdesigner:in oder einer Druckerei beraten zu lassen? 

Hier meine 7 Tipps zur Papierauswahl. Für alle, die regelmäßig damit konfrontiert sind, aber auch für diejenigen, die sich gerne beraten lassen 🙂

Eigne dir Wissen rund um Papier an

Das zeigt deine Kompetenz und nimmt Einfluss auf die Gestaltung.

Üblicherweise kommt ein Kunde mit einem Gestaltungsauftrag, aber nicht mit dem Wunsch nach einem konkreten Papier. Worauf es gedruckt wird, entscheidet meist der Geldbeutel oder der Designer.

Wann genau ist dann der richtige Zeitpunkt, diese Auswahl zu entscheiden? Und ab wann sollte der Kunde eingebunden werden? Wenn es um die Druckangebote geht oder schon vor der Gestaltung?

Am besten man redet darüber so früh als möglich – auf jeden Fall vor der Gestaltung! Denn zum Grafik Design gehört auch die Beratung.

Lege dir Papiermuster zu

Damit dein Kunde weiß und fühlt, worüber du sprichst.

Papier muss man fühlen und riechen. So geht es mir zumindest und ich bin überzeugt, dass ein gutes Papier in den Händen der Kunden auch ein Statement hinterlässt.

Egal ob rau, glatt, glänzend oder matt – jedes Papier ist einzigartig. Hinzu kommt noch die Geschichte der Papierherstellung und der Geruch. Heu, Stroh, Lavendel, Apfel … alles ist denkbar – ohne Duftstoffe!

Jedoch sind bei mir immer die Haptik, Optik, Sinnlichkeit, Ästhetik und der Bezug zur Firma entscheidend.

Die Papierwahl hängt auch von folgenden Kriterien ab:

  • Nachhaltigkeit (Rohstoff, Transportwege)
  • Zertifizierung
  • Druckverfahren
  • Veredelungsmöglichkeiten
  • Verarbeitungsmöglichkeiten
  • Weissgehalt des Papiers 
  • Preis

Für die Papierauswahl solltest du dir ein Archiv zulegen.
Doch woher bekommt man diese Papiermuster?

  • Großhandelsvertreter
  • Druckereien (begrenzt)
  • Musterbücher der Papierfabriken

Besuche eine Papierfabrik

Ein Besuch in der Fabrik ist ein Erlebnis. Ich nehme dazu gerne Menschen aus meinem Umfeld mit, die keine Kenntnisse von Papier haben. Warum? Um ihre Sinne zu schärfen und zukünftig darauf zu achten, welches Papier sie kaufen.

Nur so verstehst du die Einzigartigkeit von Papieren und bekommst ein Verständnis für den Produktionsprozess und die Wichtigkeit der Rohstoffe.

Du lernst zusätzlich viel über ihre Beschaffenheit, ihre. Papiersorten und ihren Einsatz kennen. Ein Besuch in einer Papierfabrik deiner Wahl, ist ein absolutes MUSS!

Lerne das 1X1 der Papierbegriffe

Dann kannst du mit deiner Druckerei besser kommunizieren. Diese Fachbegriffe solltest du kennen

  • Weissgrad eines Papieres gibt die Reflexion des Lichtes an. Hat aber nichts mit der Qualität des Papiers zu tun. Es gibt von hochweißen Papieren bis beigefarbene Papiere. Gut zu wissen: Viele Recyclingpapiere sind weiß! Das ein Recyclingpapier eine graue Optik hat, ist ein Mythos aus den 80er Jahren
  • Gestrichen und ungestrichene Papiere unterscheiden sich in ihrer Oberfläche. Ein ungestrichenes Papier hat eine raue und offene Papieroberfläche. Dazu gehören alle Naturpapiere. Wohingegen die gestrichenen Papiere glatt sind und eine Oberfläche haben, die sich gut für den Druck von Bildern eignet.
  • Nachhaltige Papiere gibt es mittlerweile viele. Der Begriff ist nicht geschützt. Deshalb ist eine Orientierung mittels Zertifikate sinnvoll. Weiterer Kriterien können die Regionalität sind (Papierfarbrik liegt in Deutschland) oder kurze Transportwege.
  • Es gibt ca. 3000 Papiersorten https://de.wikipedia.org/wiki/Papiersorte
    Naturpapiere, Offsetpapiere, Recyclingpapiere, …
  • Papiergewicht oder Papier Grammatur ist die Einheit pro qm2. Du solltest sie für dein Druckprodukt kennen, um unnötiges Porto zu sparen (Weihnachtskarten).
  • Papiersortiment sind alle Papiere, die eine Papierfabrik oder Druckerei anbietet
  • Papierformate richten sich nach den DIN-Formaten. Änderst du das Format bedeutet es möglicherweise Mehrkosten oder Papierreste.

Unterschied zwischen Papier und Karton

Die richtige Papierstärke für den passenden Einsatz

 Die Papierstärke auch Papiergrammaturen  bzw.Papiergewicht zu kennen, ist wichtig für den Verwendungszweck. Das Gewicht wird in Gramm (g) pro m2 angegeben.

Eine grobe Einteilung zur Nutzung unterschiedlicher Papierstärken, die je nach Papiersorte natürlich schwanken kann.

80g/90g Briefpapier
160g / 210g für 2-seitige und gefalzte Flyer
250g / 300g für Visitenkarten und Broschürenumschlag

Von Papir spricht man bis 225g/mund von Karton bis 600g/m2

Neben dem gängigen Papier Grammaturen, sind auch die Stapelbarkeit, Falzbarkeit und das Aussehen nach mehrmaligem anfassen zu berücksichtigen.

Kenne alle wichtigen Papier Zertifikate

Immer häufiger werden Papiere nach umweltrelevanten Kriterien zertifiziert.

Um die nachhaltige Papierwahl zu treffen, MUSST du sie kennen. Es gibt eine ganze Liste von Zertifizierungen. Die Unterschiede zu kennen ist ein großer Vorteil:

  • Um die Bestandteile zu kennen
  • Um die Herkunft und die Transportwege zu kennen
  • Um ihren Einsatz zu bestimmen

Ein zertifiziertes Papier gibt dir Orientierung. Wenn man aber die Wahl zwischen einem regionalen Papier hat, das aus heimischen Rohstoffen besteht und in der Region produziert wurde und einem Papier, dessen Rohstoff schon einen langen Weg hinter sich hat, dann muss man nicht auf ein Zertifikat schauen. Da entscheidet der gesunde Menschenverstand.

Und wenn ich zwischen Recyclingpapier und Frischfaserpapier auswählen möchte, dann geht es grundsätzlich um die Prioritäten zur Nachhaltigkeit, die ich mir setze.

Hier eine Liste der üblichen Zertifikate, die es gibt.

Rede mit der Druckerei

Die Druckerei ist dein kompetenter Ansprechpartner, wenn es um den Einsatz von Papier geht.

Hab keine Scheu davor, die Druckerei im Vorfeld einzubinden. Meiner Erfahrung nach sind Druckereien sehr aufgeschlossen und freuen sich, wenn man ihre Expertise auch wertschätzt.

Bevor du eine Druckerei beauftragst, rufe dort an und kläre all deine Fragen ab. Der persönliche Kontakte sind wichtig.  Unsicherheiten zu Druckdaten, Farbprofilen oder Papiere lassen sich mit wenig Kommunikationsaufwand klären.

Wenn du eine nachhaltige Druckerei suchst, dann kannst du hier fündig werden.

Fazit

Nun kennst du die wichtigsten Kriterien, um eine Papierwahl zu treffen.

Wenn du einen Designer suchst, der dich bei der Auswahl beraten soll, dann melde dich gerne und buche einen kostenlosen Kennenlern-Termin.

 

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Weigle

Cornelia Weigle
Ich unterstütze kleine Unternehmen, Soloselbstständige & Arztpraxen dabei, ihr Corporate Design zu professionalisieren und für analoge und digitale Medien fit zu machen. Denn ich bin der festen Überzeugung, dass langjährige Kundenbeziehungen nur funktionieren, wenn sie in beiden Welt erlebbar sind.

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